Wenn Stress krank machtAlternative Heilmethoden gegen das neue Volksleiden. Die TCM-Abteilung des Johanniter Krankenhauses setzt diese Behandlungsmöglichkeiten seit Jahren erfolgreich bei stressbedingten Erkrankungen ein.
Der Urlaub ist gerade vorbei und ehe man sich versieht, steckt man schon wieder voll im Alltagsstress. „Du hast nach einer Woche das Gefühl, der Urlaub liegt schon ewig zurück“, so Conny F. aus Hünxe. „In unserer heutigen Leistungsgesellschaft sind die meisten Menschen mehr oder weniger stressgeplagt. Längst nicht alle können gut damit umgehen“, meint Christian Kuhlmann, Chefarzt der Abteilung für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) im Johanniter Krankenhaus Radevormwald. Stress wird zu einem Volksleiden. Dementsprechend haben sich auch die Krankheitsbilder geändert. Immer öfter werden Beschwerden wie Kopfschmerzen, Tinnitus, Herz-Kreislaufprobleme, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Atembeschwerden, Magen-Darm- sowie Leber- und Gallebeschwerden beklagt. „Schulmedizinische Untersuchungen zur Abklärung ergeben in vielen Fällen jedoch keinen eindeutigen Befund, so dass der Patient ohne Diagnose und somit auch ohne Behandlungsmöglichkeit wieder nach Hause geschickt wird“, so der TCM-Experte. „Die subjektiven Beschwerden werden als harmlose, lästige Störung abgetan“, fügt Frau Dr. Katja Strey, Ärztin in der TCM-Abteilung, an. In der Folge werden zu schnell Analgetika (Schmerzmittel) und Psychopharmaka verordnet, deren Einnahme mit Nebenwirkungen behaftet ist. Im „Inneren Klassiker der Medizin“, einem Standardwerk der Chinesischen Medizin, wurden stressbedingte Erkrankungen schon vor mehr als 2000 Jahren erwähnt. Emotionale Probleme stören das Gleichgewicht von Yin und Yang, das eine zentrale Rolle in der TCM spielt. Angst, Zorn, Sorge, Traurigkeit können zu einer Energieblockade führen, so z.B. zu einem Leber-Qi-Stau mit innerer Hitze und Wind. Schulmedizinisch betrachtet leiden die Patienten dann z.B. unter hohem Blutdruck, Schwindel, Herz-Rhythmus-Störungen, Sehstörungen o.ä. Gefährlich wird es, wenn diese Beschwerden über lange Zeit bestehen, denn aus anfangs vielleicht noch sog. funktionellen Beschwerden werden irgendwann einmal organische Störungen, die nur noch sehr schwer erfolgreich behandelt werden können. Schon Hippokrates sagte einst: „Ein weiser Mensch sollte erkennen, wie er seine Krankheiten nach seinem eigenen Urteil behandeln kann.“ Dazu bedürfen wir jedoch einiger Hilfen. Und die TCM ist eine solche Hilfe, Therapie- und Entspannungshilfe zugleich. Die chinesische Kräutertherapie ist eine weitere wichtige Therapieform der TCM, die wie alle anderen nach einem gründlichen Aufnahmegespräch und Erhebung einer chinesischen Diagnose, inklusive Puls- und Zungendiagnose, eingesetzt wird. Die chinesischen Heilkräuter rufen im Körper unterschiedliche Reaktionen hervor. So gibt es beispielsweise Energie stärkende oder harmonisierende Kräuter. Je nach Beschwerden werden die Kräuter jedem Patienten individuell angepasst und verschrieben. Sie werden in Form von Tee, Pulver (Granulat) oder Tropen (Tinktur) eingenommen. Die chinesische Tuina-Massage ist eine Massageform, bei der mittels spezieller manueller Techniken Akupunkturpunkte, Meridiane und lokale Schmerzpunkte behandelt werden. Die Berücksichtigung dieser besonderen Körperstellen verleiht der chinesischen Massage besondere Wirksamkeit. Tuina wird in erster Linie für Beschwerden des Bewegungsapparates eingesetzt, dient aber auch dazu, Verspannungen im gesamten Körper zu lösen. Tai Ji und Qi Gong sind Atem- und sanfte Bewegungsübungen, die das körperliche und seelische Wohlbefinden, die Konzentrationsfähigkeit und das Immunsystem des Menschen steigern. Qi Gong beruhigt den Geist und kräftigt den Körper. Qi Gong können Menschen jeden Alters ausführen, auch angeschlagene Patienten mit Herz- und Kreislaufproblemen, Gelenkbeschwerden oder Rheuma müssen auf diese Entspannungstechnik nicht verzichten. Wer in China morgens einen Park besucht, wird erstaunt sein, wie viele Qi Gong-Praktizierende man antrifft. Das alte chinesische Sprichwort: „Wer keine Zeit zum Essen hat, der hat auch keine Zeit zum Leben!“ sollte jeder von uns verinnerlichen. Für die Chinesen bedeutet richtige Ernährung bereits Medizin. Sie sorgt nicht nur für eine Besserung der bestehenden Erkrankungen, sondern hat auch eine vorbeugende Funktion. Anders als in der westlichen Ernährungslehre hat jedes Lebensmittel eine bestimmte Eigenschaft. So unterscheidet man z.B. nach Geschmack, Temperaturverhalten und der Funktionszugehörigkeit. Die TCM-Abteilung des Johanniter Krankenhauses in Radevormwald setzt diese Behandlungsmöglichkeiten seit Jahren erfolgreich bei stressbedingten Erkrankungen ein. Immer mehr Patienten scheinen mittlerweile zu der Ansicht zu gelangen, dass die „sanfte Medizin“ eine wertvolle Bereicherung für das Gesundheitssystem ist und ziehen sie häufig einer Behandlung durch die Schulmedizin vor. Weitere Informationen zu Behandlung: TCM-Abteilung
Zuletzt aktualisiert am: 04.09.2008. Dieser Artikel wurde bereits 303 Mal gelesen (Stand 0.00 Uhr am: 06.01.2009).
|